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2 MIN LESEZEIT Allgemeine Freelancer-Tipps

Website-Wartungsvertrag: Leistungen, Kosten und Vertragsinhalte

Eine Website ist nach dem Launch nicht fertig. Das CMS bekommt Updates, Plugins schließen Sicherheitslücken, Zertifikate laufen ab, Formulare hören plötzlich auf, E-Mails zu verschicken. Ein Website-Wartungsvertrag regelt, wer sich darum kümmert, wie schnell reagiert wird und was das kostet. Ohne klare Vereinbarung passiert in der Praxis meist eines von zwei Dingen: Niemand fühlt sich zuständig, oder der Freelancer arbeitet auf Zuruf und schreibt kleine Rechnungen, über die sich hinterher alle ärgern.

Dieser Artikel richtet sich an beide Seiten. Wenn du eine Website beauftragt hast, erfährst du, welche Leistungen sinnvoll sind und worauf du beim Vertrag achten solltest. Wenn du als Webdesign-Freelancer Wartung anbietest, bekommst du eine Struktur für Pakete, Preise und Vertragsklauseln, mit der du planbaren, wiederkehrenden Umsatz aufbaust.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Vertragsformulierungen, insbesondere zu Haftung und Datenschutz, solltest du eine Anwältin oder einen Anwalt hinzuziehen.

Was ist ein Website-Wartungsvertrag?

Ein Wartungsvertrag ist eine laufende Vereinbarung zwischen Websitebetreiber und Dienstleister. Er beschreibt, welche regelmäßigen Arbeiten erledigt werden, in welchem Rhythmus, mit welcher Reaktionszeit und zu welchem Preis. Meist wird er monatlich oder jährlich abgerechnet.

Wichtig ist die Abgrenzung zum eigentlichen Projektvertrag. Der Freelancer-Vertrag für das Webdesign-Projekt regelt Konzeption, Gestaltung, Umsetzung und Abnahme. Der Wartungsvertrag beginnt danach und beschreibt den Betrieb. Beides in ein Dokument zu packen, ist möglich, macht aber Kündigung und Anpassung schwerer. Besser: ein eigener Vertrag oder zumindest eine eigenständige Anlage mit eigener Laufzeit.

Rechtlich lassen sich Wartungsverträge unterschiedlich einordnen, je nachdem, ob eher ein Erfolg geschuldet ist (etwa „Website ist auf dem aktuellen Stand“) oder eine Tätigkeit (etwa „monatlich zwei Stunden Support“). Diese Einordnung hat Folgen für Gewährleistung und Kündigung, deshalb lohnt sich hier ein genauer Blick auf die Formulierungen.

Welche Leistungen gehören in einen Wartungsvertrag?

Die Leistungen sollten so konkret beschrieben sein, dass beide Seiten jederzeit wissen, ob etwas „drin“ ist oder extra kostet. Diese Bausteine haben sich bewährt:

Technische Grundwartung

Funktions- und Qualitätschecks

Inhaltliche Pflege (optional)

Was ausdrücklich nicht dazugehört

Genauso wichtig wie die Leistungsliste ist die Negativliste: neue Seiten und Funktionen, Redesigns, Umzüge auf einen anderen Server, größere Versionssprünge mit Umbauaufwand, Wiederherstellung nach Fehlern, die der Kunde selbst verursacht hat. Solche Arbeiten werden separat angeboten. Das schützt den Freelancer vor Leistungsausweitung und den Auftraggeber vor Überraschungen, weil klar ist, dass es ein Angebot gibt, bevor gearbeitet wird.

Was kostet ein Website-Wartungsvertrag?

Es gibt keine Standardpreise, und seriöse Zahlen hängen stark von CMS, Plugin-Anzahl, Shop-Funktionen und Reaktionszeiten ab. Als grobe Orientierung, ausdrücklich als Schätzung, sieht man am Markt häufig solche Größenordnungen:

Paket Typischer Umfang Grobe Preisspanne pro Monat
Basis Updates, Backups, Monitoring, keine Inhaltspflege ca. 30–80 €
Standard Basis plus Funktionstests, Bericht, ca. 1 Stunde Support ca. 80–200 €
Premium / Shop Kürzere Reaktionszeiten, mehrere Stunden Kontingent, Staging, Shop-Checks ab ca. 200 €

Für Freelancer gilt: Rechne rückwärts von deinem Stundensatz. Wenn du realistisch 45 Minuten pro Monat für Updates, Tests und Bericht brauchst und dazu einen Puffer für Notfälle einplanst, ergibt sich dein Mindestpreis fast von allein. Vergiss nicht die Kosten für Tools wie Backup-Speicher oder Monitoring-Dienste und die Zeit, die du für das Lesen von Sicherheitsmeldungen aufwendest.

Für Auftraggeber gilt: Ein sehr günstiges Paket bedeutet oft, dass Updates automatisch und ungetestet laufen. Das kann funktionieren, kann aber auch dazu führen, dass die Website nach einem Update unbemerkt kaputt ist. Frag nach, wie genau getestet wird.

Die wichtigsten Vertragsinhalte im Überblick

Diese Punkte sollten in keinem Wartungsvertrag fehlen:

  1. Vertragsgegenstand: Welche Website(s), welche Domain, welches System, welcher Hoster.
  2. Leistungsbeschreibung: Die Liste aus dem vorherigen Abschnitt, mit Rhythmus (wöchentlich, monatlich).
  3. Reaktionszeiten: Zum Beispiel „Reaktion auf Störungsmeldungen innerhalb von 24 Stunden an Werktagen“. Unterscheide zwischen Reaktion und Behebung, denn Letztere lässt sich selten garantieren.
  4. Erreichbarkeit: Kanäle (E-Mail, Ticket, Telefon) und Zeiten. Wochenend-Support ist ein eigenes, teureres Versprechen.
  5. Stundenkontingent: Umfang, Abrechnung im 15-Minuten-Takt oder Ähnliches, verfällt es oder wird es übertragen?
  6. Vergütung und Abrechnung: Monatlich oder jährlich im Voraus, Preisanpassungsklausel. Wie das auf der Rechnung aussieht, klärt unser Beitrag zur E-Rechnung für Freelancer.
  7. Laufzeit und Kündigung: Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerung.
  8. Mitwirkungspflichten des Kunden: Zugangsdaten bereitstellen, keine eigenmächtigen Plugin-Installationen ohne Absprache, Änderungen melden.
  9. Haftung: Klare Regeln, wofür der Dienstleister einsteht. Gerade hier ist juristischer Rat sinnvoll.
  10. Datenschutz: Wer Zugriff auf personenbezogene Daten hat (etwa Formulareingänge oder Shop-Bestellungen), braucht in der Regel einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Mehr Hintergründe liefert unser Artikel zur DSGVO für Websites.
  11. Zugänge und Übergabe bei Vertragsende: Wer besitzt welche Accounts? Wie werden Backups und Zugangsdaten übergeben?

Beispielformulierung für die Leistungsgrenze

Eine klare Formulierung könnte so aussehen: „Nicht im Leistungsumfang enthalten sind Erweiterungen der Funktionalität, gestalterische Änderungen, die Erstellung neuer Seitentemplates sowie die Behebung von Störungen, die auf Eingriffe des Auftraggebers oder Dritter zurückgehen. Solche Leistungen werden nach vorheriger Abstimmung zum vereinbarten Stundensatz abgerechnet.“

Wartungsvertrag aus Sicht des Freelancers

Wartung ist für viele Freelancer der Einstieg in wiederkehrende Einnahmen. Damit sie profitabel bleibt, helfen ein paar Regeln aus der Praxis:

Wartungsvertrag aus Sicht des Auftraggebers

Wenn du einen Vertrag angeboten bekommst, stelle vor der Unterschrift diese Fragen:

Die letzte Frage ist bei Einzelpersonen besonders relevant. Viele Freelancer arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen zusammen, die im Notfall einspringen. Frag danach, statt davon auszugehen.

Wie oft sollte eine Website gewartet werden?

Die sinnvolle Frequenz hängt davon ab, wie komplex die Website ist und wie viel auf dem Spiel steht. Als Faustregel für ein typisches CMS wie WordPress:

Eine kleine Visitenkarten-Website ohne Formulare kommt mit weniger aus als ein Online-Shop, bei dem jede Stunde Ausfall Umsatz kostet. Genau deshalb gehören Frequenz und Umfang schriftlich in den Vertrag, statt sie „nach Bedarf“ offen zu lassen. Wer eine statische Seite ohne Datenbank betreibt, braucht deutlich weniger laufende Updates, aber trotzdem jemanden, der Domain, Zertifikat und Hosting im Blick behält.

Fazit: Klarer Umfang schlägt günstigen Preis

Ein guter Website-Wartungsvertrag beschreibt genau, was regelmäßig passiert, wie schnell reagiert wird und was extra kostet. Für Auftraggeber bedeutet das Sicherheit und kalkulierbare Kosten, für Freelancer planbaren Umsatz ohne ausufernde Kleinaufträge. Die wichtigsten Stellschrauben sind die Leistungsbeschreibung, die Negativliste, Reaktionszeiten, Datenschutz und die Übergabe bei Vertragsende.

Du suchst jemanden, der deine Website nach dem Launch zuverlässig betreut? Im Freelancer-Verzeichnis findest du Webdesign-Profis, die Wartung und Support anbieten. Und wenn du selbst Wartungspakete anbietest, kannst du dich dort kostenlos eintragen.


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